Das Haus am Grünland liegt im ruhigen Augsburger Stadtteil Firnhaberau. Früher war es ein Pflegeheim. Seit 2017 gibt es hier – mit Beratung und Begleitung der Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen (FQA) – zwei selbstgesteuerte ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz. Um Platz für einen zusätzlichen Aufenthaltsraum zu schaffen, wurden bei der Umwandlung Plätze bewusst aufgegeben: Statt 24 Heimplätzen gibt es heute 20 WG-Plätze.

Ein würdevolles Zuhause – ein Rundgang durch das Haus am Grünland

Zwei Wohngemeinschaften unter einem Dach

WG 1 · Erdgeschoss

11 Plätze in 3 Einzel- und 4 Doppelzimmern

WG 2 · Obergeschoss

9 Plätze in 3 Einzel- und 3 Doppelzimmern

Bewohnerzimmer mit Pflegebett und Schrank im Haus am Grünland
Ein Bewohnerzimmer vor dem Einzug
Wohnküche und Gemeinschaftsraum einer Wohngemeinschaft im Haus am Grünland
Wohnküche und Gemeinschaftsraum

So kann Ihr Zimmer aussehen

Pflegebett, Nachttisch und Schrank sind in jedem Zimmer vorhanden. Viele Bewohner bringen ihren eigenen Sessel mit – und mit vertrauten Bildern und Erinnerungsstücken wird das Zimmer schnell zum eigenen Zuhause.

Visualisierung: Einzelzimmer mit Pflegebett, Nachttisch, Schrank, eigenem Sessel und Bildern
Visualisierung: Doppelzimmer mit Pflegebetten, Schrank, Sessel und persönlichen Bildern

Einrichtungsbeispiele (Visualisierung) – mit eigenem Sessel und persönlichen Bildern.

Jede Wohngemeinschaft hat eigene Gemeinschaftsräume, eigene Bäder und eine eigene Wohnküche, in der Frühstück und Abendessen zubereitet werden. Telefon- und Fernsehanschluss sind vorhanden. Persönliche Erinnerungsstücke, vertraute Bilder und kleine Möbel sind ausdrücklich willkommen – sie helfen beim Ankommen.

Der eingefriedete Garten mit altem Baumbestand steht beiden Wohngemeinschaften als geschützter Außenbereich zur Verfügung.

Haus am Grünland mit eingefriedetem Garten

Beschützt leben

Die Bewohnerinnen und Bewohner haben eine fortgeschrittene Demenz mit ausgeprägter Hinlauftendenz und einen gerichtlichen Unterbringungsbeschluss. Die Ein- und Ausgänge sind deshalb so gesichert, dass niemand unbemerkt das Haus verlässt. Innerhalb der Wohnungen und im Garten bleibt die Bewegungsfreiheit so weit wie möglich erhalten. Spaziergänge außerhalb finden begleitet statt.

Unruhe und Hinlaufen verstehen wir zuerst als Mitteilung eines Bedürfnisses – Schmerz, Toilettendrang, Angst oder die Suche nach Orientierung – und gehen fachlich darauf ein. Fixierungen gibt es grundsätzlich nicht ohne gesonderte richterliche Anordnung.

Pflegekraft im Gespräch mit einer älteren Dame (Symbolbild)

Beziehung statt Beschäftigungsprogramm

Maßstab ist der Expertenstandard „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“. Jeder Mensch soll sich gehört, verstanden, angenommen und mit anderen verbunden fühlen.

  • Beziehung entsteht im Alltag: Eine Präsenzkraft ist in jeder Wohngemeinschaft im Raum und bietet Gesellschaft oder Hilfe an.
  • Gemeinsame Mahlzeiten sind die zentrale Gemeinschaftszeit.
  • Zusätzlich gibt es an sieben Tagen ein eigenes Betreuungsangebot: werktags 3 Stunden, am Wochenende 1 Stunde je Wohngemeinschaft.
  • Keine Pflicht-Bastelstunden – mitmachen darf, wer möchte. Ein Nein wird respektiert.

Ein Tag im Haus am Grünland

  • Morgens: Wecken nach dem eigenen Rhythmus, Körperpflege, gemeinsames Frühstück in der Wohnküche.
  • Vormittags: Zeit im Gemeinschaftsraum, im Garten oder im eigenen Zimmer, werktags mit Betreuungsangebot.
  • Mittags: Frisch gekochtes Mittagessen aus der Hausküche, danach Mittagsruhe.
  • Nachmittags: Kaffee mit selbst gebackenem Kuchen und Betreuungsangebot.
  • Abends und nachts: Gemeinsames Abendessen, Schlafenszeiten nach den eigenen Gewohnheiten. Nachts ist eine wache Pflegekraft für beide Wohngemeinschaften im Haus.
Grafik zum Tagesablauf: gemeinsames Frühstück, ruhige Beschäftigung, Mittagessen, Kaffee und Kuchen, gemeinsames Spielen, Abendessen; Schutz und Betreuung rund um die Uhr

Haus- und Fachärzte, Therapeuten, Fußpflege, Friseur und Seelsorge kommen ins Haus. Auch am Lebensende werden die Bewohner hier begleitet – bei Bedarf mit Sitzwache und Palliativteam.

Selbstbestimmt statt Heim

Das Haus am Grünland ist kein Pflegeheim. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner hat einen eigenen Mietvertrag mit der Vermieterin. Miet- und Pflegevertrag sind nicht miteinander gekoppelt.

Über das Zusammenleben entscheidet das Gremium der Selbstbestimmung (Art. 22 PfleWoqG): die Bewohner, vertreten durch ihre rechtlichen Betreuer und bevollmächtigten Angehörigen. Das Gremium wählt auch den Pflegedienst und bestimmt Art und Umfang seiner Leistungen. Derzeit ist die CPS Pflege GmbH beauftragt. Der Pflegedienst ist in den Wohnungen zu Gast und hat dort kein Büro.

Mehr zum Gremium der Selbstbestimmung